Danke für die drei Links, die waren ein guter Startpunkt. Ich habe die Kette einmal durchgeprüft: Hardware, Weckwort, Server, Latenz, Recht. Oben steht das Ergebnis auf einen Blick, darunter die Details zum Aufklappen, damit die Seite lesbar bleibt.
Vier Sätze, dann die Zahlen.
Das Kit kostet 22,56 Euro bei DigiKey Österreich, 48 Stunden Lieferzeit. Fertige Firmware gibt es quelloffen, mit dokumentiertem Protokoll. Der Server-Endpunkt ist eine Konfigurationszeile.
Ein ESP32-S3 erkennt ein Weckwort und streamt Audio. Transkribieren kann er nicht. Genau deshalb passt er, denn die Intelligenz gehört ohnehin auf den Server.
Espressif trainiert Weckwörter gratis, aber Deutsch steht auf der Warteliste ohne Termin. Englisch ausgesprochen geht sofort und kostet nichts.
Die vorgeschlagenen Kits haben ein einziges Mikrofon ohne Echounterdrückung. Das ist Nahfeld, gute anderthalb Meter. Für quer durchs Zimmer braucht es ein Array.
Alles darunter im Detail zum Aufklappen.
Absteigend nach Erkenntnisgewinn pro investierter Stunde.
Nichts davon ist Pflichtlektüre. Es steht hier, damit es nicht verloren geht, wenn du später nachschlägst.
22,56 € brutto bei DigiKey AT, 41 Stück lagernd.
ESP32-S3-PICO-1, 240 MHz, 8 MB Flash, 8 MB PSRAM, Display 128×128, Mikrofon MSM381A3729H9BPC an einem ES8311-Codec, 1-W-Lautsprecher.
Haken: ein Mikrofon, keine Echounterdrückung, also Nahfeld.
24,50 USD, kein EU-Festland-Händler gefunden.
Fertiges Tischgehäuse mit Echounterdrückung (ES7210), 28 RGB-LEDs, zwei Touch-Slider.
Haken: Controller nicht dabei, ebenfalls nur ein Mikrofon, Doku laut Kundenrezension veraltet.
25,70 € brutto bei DigiKey AT.
Wie K147, aber Kamera (GC0308, 0,3 MP) statt Display.
Haken: kein Display. Für Sprache irrelevant, für "was halte ich hier in der Hand" interessant.
Alle drei haben keinen Akku und laufen über USB-C. Für ein Tischgerät egal.
Derselbe Chip in allen Kits, das Gehirn bleibt also gleich, wie du geschrieben hast.
Espressifs WakeNet braucht 324 KB PSRAM und 3 bis 10 ms je Audioblock. Gemessene Weckrate rund 98 Prozent auf einen Meter, Fehlauslösung etwa einmal in zwölf Stunden. Bei 8 MB PSRAM ist Speicher nicht der Engpass.
Espressifs lokale Erkennung heißt MultiNet und kann bis zu 200 feste Kommandos. Freies Diktat ist damit ausgeschlossen. Whisper oder Parakeet laufen dort um Größenordnungen nicht.
Weckwort erkennen. Audio als Opus streamen. Antwort abspielen.
Transkription (Whisper oder Parakeet). Sprachmodell. Sprachausgabe (Piper).
Technisch der elegantere. Quelloffene Firmware für über 70 Boards, dokumentiertes Protokoll: eine WebSocket-Vollduplex-Verbindung, Opus-Audio, 16 kHz, 60 ms Frames. Der Server-Endpunkt ist Konfiguration. Dazu der passende Server als Vorlage mit austauschbaren Bausteinen.
Haken: Betriebsdokumentation ausschließlich auf Chinesisch, inklusive der Kommentare in der Konfigurationsdatei. Und kein eingebauter lokaler Transkriptions-Baustein kann Deutsch. Einen eigenen Whisper-Server kann man eintragen, das steht aber nirgends dokumentiert.
Praktisch der kürzere. Der ESP32 ist hier ein offiziell unterstützter Client, man schreibt YAML statt C. Weckwort lokal über microWakeWord, und dafür kann man ein eigenes deutsches Weckwort trainieren. Piper hat acht deutsche Stimmen. Doku auf Englisch.
Haken: Setzt eine laufende Home-Assistant-Instanz voraus. Als schneller Prototyp hervorragend, als Produktfundament eine Sackgasse, weil jeder Endkunde eine eigene bräuchte.
Sie entscheidet, was ein Server kosten muss.
Alles außer dem Sprachmodell läuft auf CPU. Nur das Sprachmodell braucht eine GPU. Agent, Transkription und Sprachausgabe kommen mit einer günstigen Maschine aus. Erst ein eigenes Modell kostet richtig Geld.
Auf reiner CPU liegt die Gesamtlatenz einer Sprachantwort bei 5 bis 10 Sekunden, mit GPU bei 1,5 bis 3. Ab etwa einer Sekunde nehmen Nutzer an, das System sei kaputt. Deshalb: kleiner CPU-Server für alles, Modell per Schnittstelle von außen, und erst später die Frage nach eigener Rechenleistung.
Stand August 2026, darauf können wir sofort testen.
Was damit geht: ausprobieren. Ein Agent, gelegentliche Transkription mit einem kleinen Modell, Sprachausgabe. Das Sprachmodell kommt dabei über eine Schnittstelle von außen.
Wo es eng wird: Die Maschine liegt genau auf dem dokumentierten Minimum, nicht darüber. Sobald die Browser-Automation anspringt oder mehrere Dienste parallel laufen, ist der Speicher der Engpass, nicht die Kerne.
Erst messen, dann aufrüsten. Jede Stufe kostet wenige Euro mehr.
Der Sprung von Stufe 1 auf 2 kostet knapp zwei Euro und ist der wichtigste im Plan. Grund: Transkription ist Volllast über Minuten, nicht ein kurzer Ausschlag. Genau dieser Lastfall wird auf geteilten Kernen gedrosselt. netcup schreibt selbst, dass beim VPS die Rechenleistung nicht garantiert werden kann, beim Root-Server dagegen schon.
Für AllWispr und den Behörden-Ableger ist der Serverstandort ein Verkaufsargument, kein Detail. Bisher galt: österreichisches Hosting kostet ein Vielfaches, weil die heimischen Anbieter mit GPU bei 900 bis 2.200 Euro im Monat liegen.
Für alles ohne GPU stimmt das nicht. Verarbeitung in Österreich kostet denselben Zehner wie in Deutschland. Das ist in einer Präsentation ein anderer Satz als "wir könnten in Österreich hosten". Erst wenn ein eigenes Sprachmodell auf eigener Grafikkarte laufen soll, wird der Standort wieder teuer.
Nicht der Preis entscheidet, sondern die Gleichheit der Teile.
Räumliches Aliasing will kleinen Abstand, die Echounterdrückung will großen.
Die Grenzfrequenz ergibt sich aus 343 geteilt durch den doppelten Abstand. XMOS verlangt gleichzeitig rund 10 cm zwischen zwei Mikrofonen, damit bei tiefen Frequenzen überhaupt Phasendifferenz entsteht. Beide Hersteller nehmen deshalb bewusst Aliasing oberhalb etwa 2,6 kHz in Kauf. Für Sprache ist das der richtige Kompromiss, weil Grundfrequenz und erste Formanten darunter liegen.
Hardware und Software sind hier nicht gleich weit.
Die Hardware kann acht Mikrofone, die Software verarbeitet zwei. Der ESP32-S3 liest per PDM bis zu vier Datenleitungen mit je zwei Mikrofonen ein. Espressifs Audio-Frontend macht daraus aber nur Zweikanal-Verarbeitung, die Echounterdrückung ist ausdrücklich auf zwei Mikrofone begrenzt und läuft nur bei 16 kHz. Mehr als zwei Mikrofone bringen mit ESP-SR nichts, außer du schreibst das Beamforming selbst.
Das stärkste Argument für einen externen DSP ist kein Meinungsbild, sondern ein Fakt: Das Home Assistant Voice PE ist selbst ein ESP32-S3-Gerät und hat trotzdem einen XMOS XU316 verbaut. Ein Team, das ESP-SR kennt und die Stückkosten drücken will, hat sich für den Extra-Chip entschieden.
Die Echounterdrückung braucht das ausgegebene Signal als Vergleich.
Espressif löst das beim Korvo-2 so: das Signal wird über einen vierten Kanal desselben ADC (ES7210) analog wieder eingelesen, synchron mit den Mikrofonen, Abgriff am Codec-DAC. Eine rein digitale Kopie aus dem Ausgabepuffer funktioniert auch, erfasst aber weder Verstärkerkennlinie noch Gehäuse- und Temperaturdrift.
Hier steckt die Mechatronik, und hier scheitern die meisten Aufbauten.
Der erste Punkt kostet vier Mikrofone in fünf Sekunden.
Die Hardware kostet weniger als ein Abendessen. Der Aufwand steckt im deutschen Weckwort und im Server. Beides lösbar, aber beides sollte man kennen, bevor man anfängt.